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Memory Foam Kissen oder klassisches Kissen: der ehrliche Vergleich
Veröffentlicht am ·5 Min. Lesezeit

Das Kissen ist das einzige Möbelstück im Haus, das acht Stunden pro Nacht den Nacken berührt. Es ist zugleich das, was man am seltensten kauft, und fast immer zufällig. Zwei Familien teilen sich die Regale: die lose Faserfüllung, weich und günstig, und der Memory Foam, fester und teurer.
Dieser Artikel vergleicht beide, ohne vorab Partei zu ergreifen. Was jedes gut kann, was schlecht, was es kostet, wie lange es hält und zu welchem Schläfer es passt. Die Grenzen von Memory Foam werden offen genannt, denn es gibt sie, und oft entscheiden sie den Kauf.
Was ein klassisches Faserkissen gut kann
Ein Kissen mit synthetischer Faserfüllung ist lose Füllung in einer Hülle. Es schreibt nichts vor. Man faltet es, drückt es zusammen, rollt es unter den Nacken, verschiebt es mitten in der Nacht, ohne darüber nachzudenken. Für Schläfer, die viel wechseln und zwischen Rücken, Seite und Bauch springen, ist diese Nachgiebigkeit ein echter Vorteil. Es ist leicht, geht oft komplett in die Maschine und kostet wenig. Es ist das unkomplizierteste Kissen überhaupt.
Sein Nachteil ist genau die Kehrseite seiner Stärke. Da nichts die Füllung hält, sackt sie unter dem Gewicht des Kopfes zusammen. Nach einer Stunde ist die Anfangshöhe weg. Man schüttelt es auf, ohne es zu merken, mehrmals pro Nacht, und der Nacken sinkt jedes Mal wieder ab. Bei Seitenschläfern, deren Schulter mehrere Zentimeter Abstand zwischen Matratze und Kopf schafft, bleibt der Hals durch dieses Absacken einen großen Teil der Nacht verdreht.
Was Memory Foam gut kann
Memory Foam arbeitet anders. Seine Rückstellung ist langsam: er sinkt dort ein, wo der Druck hoch ist, unter dem Hinterkopf, und bleibt hoch, wo der Druck gering ist, unter dem Nacken. Die Mulde wird gefüllt, statt leer zu bleiben. Weil der Schaum ein Block ist und keine lose Füllung, ist die Höhe des ersten Abends am frühen Morgen noch da. Das ist das eigentliche Argument dieses Materials, und es zählt.
Diese Stabilität erklärt die Form ergonomischer Modelle. Das Nuage 50 misst 50 × 30 cm und trägt zwei Wellenhöhen auf demselben Kissen, 10 cm und 7 cm. Man wechselt, indem man es umdreht: die hohe Welle für den Seitenschlaf, der die Schulterbreite ausgleichen muss, die flache Welle für den Rückenschlaf, der viel weniger braucht. Eine Faserfüllung kann zwei getrennte Höhen nicht halten, weil sie zusammensackt.
Die Grenzen von Memory Foam, offen genannt
Die erste Grenze ist das Gefühl. Man liegt auf langsam rückstellendem Schaum nicht wie auf einem weichen Kissen, man sinkt hinein. Der Kopf wird gehalten, umschlossen. Viele finden das nach ein paar Nächten angenehm. Andere mögen dieses Gefühl des Gehaltenwerdens vom ersten Abend an nicht. Es gibt hier keine guten oder schlechten Schläfer, es ist Geschmackssache, und sie entscheidet sich beim Darauf schlafen, nicht beim Draufdrücken im Laden.
Die zweite Grenze ist die Gewöhnungszeit. Rechnen Sie in der Regel mit zwei bis drei Nächten, manchmal einer Woche, bis der Nacken seine Position findet. Die ersten Morgen können eine vorübergehende Steifheit hinterlassen, während sich die Liegegewohnheiten ändern. Die dritte Grenze ist die Pflege: ein Schaumkern wird nicht gewaschen. Beim Nuage 50 lässt sich der strukturierte Bezug aus Polyester und Baumwolle abnehmen und waschen, der Kern wird gelüftet, mehr braucht er nicht.
- ·Einsinkgefühl: man wird gehalten, statt obenauf zu liegen. Das mag man oder nicht.
- ·In der Regel zwei bis drei Nächte Gewöhnung, manchmal eine Woche.
- ·Der Schaumkern wird nicht gewaschen, sondern gelüftet. Nur der Bezug geht in die Maschine.
- ·Schwerer und weniger faltbar als ein Faserkissen.
- ·Höherer Kaufpreis, verteilt auf eine längere Lebensdauer.
Preis, Lebensdauer und wer was nehmen sollte
Die Größenordnungen sind eindeutig. Ein synthetisches Faserkissen liegt meist zwischen 10 und 30 € und wird alle zwei bis drei Jahre ersetzt, manchmal früher, wenn es schnell zusammensackt. Ein Memory Foam Kissen liegt eher zwischen 40 und 90 € und hält in der Regel drei bis fünf Jahre. Auf die einzelne Nacht gerechnet wird der Preisunterschied sehr klein. Das Nuage 50 kostet 55 € allein oder 65 € mit strukturiertem Bezug, das zweite Kissen im Warenkorb 20 % günstiger.
Der praktische Rat besteht aus drei Fällen. Wer auf der Seite schläft und mit steifem Nacken aufwacht, spürt oft einen Unterschied durch die Stabilität des Schaums und eine hohe Welle. Wer ständig die Position wechselt und sein Kissen gern faltet, bleibt bei Fasern. Wer vor allem auf dem Rücken schläft, fährt mit beidem gut, sofern es flach bleibt. Beschwerden, die anhalten oder nachts wecken, gehören zu einer medizinischen Fachperson, nicht zu einem neuen Kissen.
Memory Foam kauft Stabilität und eine Höhe, die bis zum Morgen hält, um den Preis eines Einsinkgefühls und einiger Gewöhnungsnächte. Fasern kaufen Nachgiebigkeit und einen niedrigen Preis, um den Preis dauernden Zusammensackens. Entscheiden Sie nach Ihrer Hauptschlafposition und nach dem Gefühl, das Sie mögen, nicht nach dem Etikett.
Häufige Fragen
Sollte man auf ein Memory Foam Kissen umsteigen?+
Das hängt von der Schlafposition ab. Auf der Seite hält Memory Foam eine konstante Höhe, wo ein Faserkissen zusammensackt, was die Verdrehung des Halses begrenzt. Wer ständig die Position wechselt und sein Kissen gern faltet, liegt auf einer Faserfüllung bequemer.
Wie lange dauert die Gewöhnung an ein Memory Foam Kissen?+
In der Regel zwei bis drei Nächte, manchmal eine Woche. Das Einsinkgefühl überrascht die ersten Abende, und der Nacken braucht einige Nächte, um seine Position zu finden. Bessert sich nach zwei Wochen nichts, ist vermutlich die gewählte Höhe falsch.
Wie lange hält ein Kissen?+
Rechnen Sie in der Regel mit zwei bis drei Jahren für ein synthetisches Faserkissen und drei bis fünf Jahren für Memory Foam. Das Zeichen für das Lebensende ist einfach: das Kissen findet morgens seine Höhe nicht mehr, oder es muss mehrmals pro Nacht aufgeschüttelt werden.
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